Markieren und Memory

Um 09:30 Uhr war Treffen auf dem Parkplatz. Hannes war sehr aufgeregt und hat im Auto schon mal ein bisschen „Musik“ gemacht. Als ich ihn dann aus dem Auto geholt habe war ihm die Verunsicherung deutlich anzumerken. Keiner der vielen Hunde beachtete ihn, keiner bellte ihn an … Das ist auf unserer Hunderunde oft anders und da hat er ja dann deinen Grund selbst auch ein bisschen auf den Putz zu hauen. Hier aber nicht … er hat mich angeguckt, versucht mich zu dem einen oder anderen Teilnehmer hinzuziehen „NEIN“ und dann war’s damit auch gut und wir gingen ins Gelände.

Sieben Mensch-Hund Teams belagerten nun den Waldweg und warteten auf ihren ersten Einsatz. Lichter Wald und in einer kleinen Schneise. Dort haben wir die ersten vier Aufgaben gearbeitet.

1. Einzelmarkierung (ohne Schuss) / Entfernung ca. 30 Meter (sorry, bin nicht wirklich gut im Schätzen)

Der Helfer macht ein Geräusch, das Dummy fliegt, Apport. Es war für die Hunde hier einfach, da Flugbahn und Fallstelle gut zu sehen war. Auch war der „Laufweg“ durch die leichte Schneise im Gelände vorgegeben.

Da ich ein Einspringen unbedingt vermeiden wollte habe ich ihn bei den Übungen mit der Leine gesichert. Aber es hat geklappt. Er musste natürlich erst den Helfer besuchen (meine Freundin Nadine) aber dann das Dummy geschnappt und zurückgekommen. Ich will nicht verschweigen, dass ich meinen Hannes auf dem Rückweg schon sehr motivieren muss (hohe Stimme und ein bisschen hampeln) aber er kommt, trägt schön und gibt ab. Es wird noch dauern bis ich auch so ruhig wie die anderen da stehen und mein Hund trotzdem schnell kommt (aber egal … mache mich für den Dicken gerne zum Obst).

2. Einzelmarkierung (ohne Schuss) / Entfernung ca.35 Meter (ging einfach ein Stück rückwärts)

Andere Teams sind da schon weiter zurückgegangen und die Hunde sind auf dem Weg über einen umgestürzten Baum gesprungen.

3. Doppelmarkierung (ohne Schuss) / Entfernung ca. 30 – 35 Meter

Hier war es vorerst egal welches Dummy vom Hund zuerst geholt wird – nur bitte nicht tauschen.

4. Doppelmarkierung mit zwei Teams (ohne Schuss) / Entfernung ca. 30 – 35 Meter

Da standen wir nun in unserer ersten „Teamaufgabe“ ever! Die kleine schwarze Labbi Flitzmaus neben uns. Sie sollte die erste Markierung arbeiten … kein Problem. Hannes war etwas unruhig und es war gut, dass ich ihn gesichert hatte. Als ich ihn dann auf das zweite Dummy schickte war er dann auch ein bisschen konfuzi, hat sich dann aber doch erinnert und sicher apportiert. **Puh**

Standortwechsel / lichter Wald

5. Einzelmarkierung (ohne Schuss) / Entfernung ca. 40 Meter

Hier war jetzt keine Geländelinie mehr für den Hund als Hilfe vorhanden.

6. Doppelmarkierung (ohne Schuss) Entfernung ca. 40 Meter

Dummy 1 fiel an die Stelle der Übung 5. Für Dummy 2 wurde vom Helfer im 90° Winkel zu D1 einen leichten Abhang hinab geworfen. Schicken auf D2 (Hannes musste etwas suchen) danach D1 auch hier war er nicht richtig auf dem Punkt.

7. Einzelmarkierung (ohne Schuss) / Entfernung ca. 40 Meter

Jetzt wurde der Hund bei Fuß mitgenommen. Der Ansatzpunkt wurde um 90° versetzt und es ging nun leicht Bergauf zur Fallstelle.

Sich die Fallstelle zu merken war für Hannes kein Problem. Aber was war das … er hatte vergessen wo ich stehe. Mit dem Dummy im Fang lief er zurück zu Punkt eins (von wo wir die Markierung beobachtet hatten) Ich noch mal den „Hier-Pfiff“ und da kam er dann den Berg runter. Hat mein Hund Alzheimer??

Zwischenzeitlich habe ich versucht mit Hannes in der Nähe der Aufgaben zu Bleiben damit er lernt, anderen beim Arbeiten zuzusehen. Immer nur ein paar Minuten und dann zurück an unseren Warteplatz mit Decke für Hund und Stuhl für Frauchen.

Und dann war auch schon Mittagspause….. Zu diesem Zeitpunkt war ich schon sehr zufrieden. Alles hatte viel besser geklappt als ich es mir vorgestellt hatte. Und so hatte sich Hannes die „Zahnpflegestange“ wirklich verdient als er seine Pause im Auto hatte.

Nach unserer Pause wurde es dann ernst. Die nun folgenden Aufgaben wurden alle mit Schuss gearbeitet. Das Gelände nun offen ….

8. Drei Einzelmarkierungen mit größer werdender Entfernung

Wir wurden in 2 Zweier-Teams und ein Dreier-Team aufgeteilt. Angelika achtete darauf, dass in jedem Team ein Hund ist, der schon so große Entfernung geht (über 100 Meter !!!) Solche Schwierigkeiten haben Hannes und ich noch nie gemeistert :-0

Der Flitze-Flummi und mein Hannes waren wieder ein Team und die Kleine hat ihm genau gezeigt, was er zu tun hat. Was soll ich sagen … er war suuuupper. Natürlich ist er nicht so schnell wie manch anderer. Wie auch, mit 43 Kg. Aber er ist nicht zu dick. Hannes bekam nette Komplimente und seine Erscheinung wurde als sehr stimmig beschrieben. (Nur so am Rande *freu*

Die Hunde arbeiteten jeweils abwechselnd von P1 dann ging es zurück auf P2 und danach auf P3. Da war Hannes wirklich ganz schön am Schnaufen als er zurück war ….

9. Drei Einzelmarkierung im dreier Team

Nun standen wir zu dritt bei P2. Die Dummys wurden nacheinander mit Schuss geworfen. Dann hat Angelika bestimmt, welcher Hund welches Dummy holen soll. Hier wurde besonders auf Konzentration und Ruhe geachtet. Hannes ging als erstes auf D3 (60 Meter) raus. Danach kam Flitze Flummi auf D2 (ca. 120 Meter) und das dritte Team sollte D1 (60 Meter) arbeiten. Hier ging es wirklich an die Grenzen der Konzentration aber mit ein bisschen Holpern haben wir es alle geschafft.

10. Walk Up

Wieder so eine Übung die für Hannes und mich absolut neu war. Angelika und alle Teams gingen in einer Linie über die verschneite Wiese. Ein Helfer ging im Abstand von 30 Meter vor der Linie und einer 30 Meter hinter der Linie.

Mit dem Kommando „Walk On“ setzten sich die Teams langsam in Bewegung. Auf ein Handzeichen gab der Helfer vor der Linie einen Schuss ab und warf ein Dummy. Angelika bestimmte den Hund der das pick up machen durfte.

„Walk on „ und weiter geht’s. „Behind“ …. Alle Teams drehten sich auf der Stelle um und der Helfer hinter der Linie gab den Schuss ab und warf. Diese Übung wiederholte sich so lange, bis alle Teams gearbeitet hatten.

Diese Übung war für Hannes die schwerste. Auch war er jetzt wirklich müde und fing an zu piepen. Deshalb ging ich aus der Linie raus um unseren wirklich guten Tag nicht dadurch zu gefährden, dass er „Überdruck“ aufbaut.

Es war ein toller Tag mit netten Menschen und super arbeitenden Hunden. Ein herzliches Danke an Angelika und die Helfer und an den Wettergott … wir kommen bestimmt wieder.